In Entwicklung
frau, mann, queer - von der unordnung der geschlechter
Regie: Sabrina Dittus
immer mehr jugendliche definieren sich als transident, also transsexuell oder transgender. es existiert eine ordnung, die unser aller leben und identität strukturiert, und zwar maßgeblich: die ordnung der geschlechter.
ein system, das eine kontinuität von körperlichem geschlecht („sex“), sozio-kulturellem geschlecht („gender“), sexualität und begehren vorgibt, die im wahren leben überhaupt nicht gegeben sein muß und offensichtlich oftmals auch nicht gegeben ist. eine ordnung, die jede/n, die/ der sich in ihr nicht wiederfindet oder nicht wiederfinden mag, mit gravierenden sozialen sanktionen belegt.
viele filme, die sich mit themen wie transsexualität, transgender oder crossdressing beschäftigen, individualisieren. sie lassen uns in das leben – und zumeist auch leiden – von menschen schauen, die sich mit den meisten zuschauern eher unbekannten problemen herumschlagen.
damit aber werden die „probleme“ individualisiert. was selten in den blick gerät, ist der gesellschaftliche kontext, in dem diese probleme entstehen, also die sozialen und kulturellen konstruktionen von geschlecht, geschlechtsidentität, sexualität und begehren, ihre starke normativität und die sanktionen, die denjenigen drohen, die diese normen überschreiten. diesen kontext in den blick zu nehmen, ist anspruch unseres films.

